Tergeste Extra Vergin Olivenöl aus Triest

Triest, die geschichtsträchtige Hafenstadt an der Adria, hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine beeindruckende Wiedergeburt des Olivenanbaus gesehen. Nach Jahrzehnten des Niedergangs kehrt die Stadt zu ihren Wurzeln zurück und stellt wieder hochwertiges Olivenöl her – ein Produkt, das so edel ist, dass es mit der geschützten Ursprungsbezeichnung Tergeste DOP versehen wurde.

Tergeste DOP muss zumindest 20% aus Oliven der Sorten Belica oder Bianchera aus den Triester Olivenhainen enthalten.

Die Herstellung des Tergeste Olivenöls ist jedoch eine Kunst für sich: Die Anbaufläche ist klein, das Klima herausfordernd, und der Aufwand für die Ernte enorm.

Ein Qualitätsprodukt in kleinen Mengen

Triest ist keine Massendestination für Olivenölproduktion. Mit lediglich 120 Hektar Anbaufläche, davon 80 in San Dorligo, ist die Region im Vergleich zu anderen italienischen Anbaugebieten winzig. Die einzigartigen klimatischen Bedingungen – das kalte Karstgebirge auf der einen Seite und die wärmende Adria auf der anderen – sorgen jedoch für außergewöhnlich würzige und fruchtige Olivenöle.

Naturbelassene Produktion: Chemische Insektizide oder künstliche Bewässerung sind tabu. Diese traditionelle, aber risikoreiche Anbauweise bedeutet, dass einige Ernten durch extreme Wetterlagen oder Schädlinge wie die Olivenfliege (Dacus Oleae) komplett zerstört werden können. Das Resultat: Hervorragendes Olivenöl – aber kein Massenprodukt.

Die Tergeste Region des Triester Olivenöls EVO

Eine bewegte Geschichte – Vom Niedergang zur Renaissance

Die Olivenölproduktion in Triest reicht bis in die Antike zurück: Schon die Phönizier, Griechen und Römer pressten hier Oliven. Im Mittelalter spielte das Öl eine wirtschaftliche Schlüsselrolle, und selbst unter den Habsburgern war Triest ein bedeutender Standort für den Olivenanbau. Doch 1928/29 kam die Katastrophe: Ein extrem kalter Winter vernichtete nahezu alle Bäume. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Landflucht ein, die letzte Ölmühle schloss 1958, und Triest verlor seine Olivenöl-Tradition fast vollständig.

1977 begann eine Handvoll Pioniere mit der Wiederbelebung des Anbaus. Trotz Rückschlägen – etwa durch erneute Kälteperioden in den 1980ern – wurde der Olivenanbau Stück für Stück rekultiviert. Heute wachsen Olivenhaine wieder zwischen dem Rosandratal und dem Meer, an den Hügeln rund um Muggia und bis zu den Klippen von Duino.

Extrem aufwendig: Die Ernte und Pressung

Die Olivenernte in Triest erfolgt von Mitte Oktober bis Anfang Dezember – ausschließlich per Hand. Der Wind hilft mit einer natürlichen Selektion: Faule oder beschädigte Oliven fallen zu Boden und werden nicht geerntet. Doch dieser schonende Ernteprozess ist zeitintensiv: Vier Personen benötigen etwa 1,5 Stunden pro Baum – und ein Baum liefert gerade einmal 15 Kilo Oliven, was nur 1-2 Liter Olivenöl ergibt.

Schnelle Verarbeitung ist Pflicht: Spätestens 12 Stunden nach der Ernte müssen die Oliven in die Mühle, um höchste Qualität zu gewährleisten. In großen Produktionsgebieten lässt man die Früchte oft tagelang in Netzen am Boden liegen, wodurch minderwertiges Öl entsteht. Dieses kann nur mit chemischen Verfahren „aufgebessert“ werden – ein Grund, warum Supermarkt-Olivenöle oft von schlechter Qualität sind.

Die Pressung selbst ist Hightech: Moderne Zentrifugalpressen lösen das Öl schonend aus dem Fruchtfleisch, verhindern unerwünschte Oxidationsprozesse und garantieren höchste Hygiene. Der Ölertrag in Triest beträgt nur 12 Prozent pro Kilogramm Oliven – ein niedriger Wert, der jedoch für beste Qualität spricht.

Qualität über alles – Warum Triester Olivenöl so besonders ist

Triests Olivenöl ist nicht nur selten, sondern auch geschmacklich einzigartig: fruchtiger als die Öle aus dem Süden, mit mehr Säure und einem würzigen Charakter. Es passt hervorragend zu Rohkost, Salaten, Gemüse und Fisch.

Ein weiterer Grund für die Exklusivität: Sortenreine Öle („Monokultivar“) sind in Triest selten, da die Mischung verschiedener Sorten traditionell bevorzugt wird. Während manche Experten auf reinsortige Öle schwören, argumentieren andere, dass gut komponierte Cuvées oft noch harmonischer schmecken.

Fazit: Ein Schatz der Adria

Das Olivenöl aus Triest ist kein Massenprodukt, sondern ein handwerklich gefertigtes Meisterwerk. Es erfordert Geduld, Erfahrung und den Mut, sich gegen industrielle Produktionsmethoden zu stellen. Wer es probieren möchte, muss gezielt danach suchen: Im Supermarkt wird man es nicht finden – wohl aber in ausgewählten Feinkostgeschäften oder direkt in Triest.

Für Liebhaber von hochwertigem, traditionell hergestelltem Olivenöl ist das Triester „Tergeste DOP“ eine wahre Rarität – und ein geschmacklicher Ausdruck der einzigartigen Landschaft, in der es entsteht.

Buon gusto!

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